Newsletter Oktober 2018

Braucht es eigentlich ein Zendo, einen Ort also, wo gemeinsam nur gesessen wird?
Braucht es eine Sangha, d. h. eine Gemeinschaft von Zenübenden? Kann ich nicht auch ganz alleine für mich Zazen praktizieren ohne lmpulse und ohne Korrektiv einer lebendigen Sangha, wo doch “die Gnade”, um mit dem indischen Ramana Maharshi zu sprechen, “überall in reichem Maße vorhanden ist, wenn ich nur dafür empfänglich bin?”
Von Anbeginn, seit Buddha auf der Erde weilte, ist die Sangha Zuflucht für diejenigen gewesen, die sich um den Weg bemühen.
Wir schöpfen noch immer aus der Kraft, die je von ihm ausging und reihen uns ein in die endlose Schar.
Seit Beginn meiner Zenpraxis ahnte ich wie wichtig eine Übungsgemeinschaft ist.  Ich spürte, dass beim gemeinsamen Sitzen ein Kraftfeld entsteht und dass zusätzlich Offenheit und Vertrauen da ist ohne sich erklären zu müssen. Und dass es immer wieder Impulse und Korrektive braucht für so einen herausfordernden Weg, der uns doch auch viel Geduld und Disziplin abverlangt. Das war letztlich auch der Grund für die Gründung des Zendos.
In unserer Sangha sind wir Gebende und zugleich Empfangende. Diese Gegenseitigkeit ist das Entscheidende.
Erst wenn wir ein gewisses Maß von Einsatz und Kontinuität aufbringen, wissen wir wie Zen schmeckt.
Wo steht unsere Sangha? Wo stehst du in dieser Sangha?
Es gibt nicht wenige, die ins Zendo oder zu einem Sesshin kommen. Manche regelmäßig, manche in größeren Abständen, andere am Anfang fast enthusiastisch und dann reißt der rote Faden langsam ab.
Andere müssen sich richtig aufraffen, regelmäßig ins Zendo zu kommen, weil man sich trotz gemeinsamen Übens sehr einsam fühlen kann. Es kann aber sein, dass manchen mit der Zeit aufgeht, dass es sich in einer Gruppe besser sitzt als allein zu Hause, dass etwas von den anderen ausgeht, was motivierend wirkt.
Mit der Zeit lerne ich vielleicht neue Leute kennen. Anfangs grüßt man sich nur freundlich. Allmählich tauscht man sich aus, trifft sich auch an anderen Orten und hilft sich auch dann und wann. Freundschaften können entstehen. Dafür sind viele sehr dankbar. Eine Sangha wirkt auch der Vereinzelung in unserer Gesellschaft entgegen.
Wenn wir zum gemeinsamen Sitzen zusammenkommen, sind wir alle dasselbe: Zenpraktizierende. Egal aus welcher Schicht, aus welchem Beruf, aus welcher Beziehung, aus welchem Wirkungskreis.
Jedes Mal, wenn wir Zazen praktizieren, werden wir verwandelt, ob wir es merken oder nicht. Auch die Welt um uns herum wird verwandelt. Es ist wirklich ein Dienst an uns selbst, an den Menschen um uns herum und an der Welt. Wenn wir unser “Ich und Mein” einmal hinter uns lassen und ohne Absicht sitzen, wird viel bewirkt durch uns, nicht von uns. Tiefe Freude erleben wir, wenn wir uns selbst gelassen haben. Es ist unsere Aufgabe so zu sitzen, dass ein Zusammen-Raum entsteht. Sitzen in der Stille öffnet geheimnisvoll einen Raum der Heilung, der alles umfasst, sogar die Menschen, die uns nicht wohlgesonnen sind.
Manche von euch fehlen beim gemeinsamen Üben im Zendo.
Mit Rumi möchte ich euch zurufen:
“Komm, komm, wo immer du gerade bist!
Wanderer, Andächtiger, Liebhaber des Abschieds.
Es spielt keine Rolle.
Unsere Karawane ist kein Ort der Verzweiflung.
Komm, komm, selbst, wenn du deine Gelübde
schon tausendmal gebrochen hast.
Komm, komm trotzdem wieder, komm!”
Das ist die Inschrift am Grab des berühmten Sufimystikers.
Allen möchte ich von Herzen danken, die mit Engagement und Kontinuität unsere Sangha so großzügig unterstützen.
Mit einer tiefen Verneigung
Christoph

Braucht es eine Sangha, d. h. eine Gemeinschaft von Zenübenden? Kann ich nicht auch ganz alleine für mich Zazen praktizieren ohne lmpulse und ohne Korrektiv einer lebendigen Sangha, wo doch “die Gnade”, um mit dem indischen Ramana Maharshi zu sprechen, “überall in reichem Maße vorhanden ist, wenn ich nur dafür empfänglich bin?”

Von Anbeginn, seit Buddha auf der Erde weilte, ist die Sangha Zuflucht für diejenigen gewesen, die sich um den Weg bemühen.

Wir schöpfen noch immer aus der Kraft, die je von ihm ausging und reihen uns ein in die endlose Schar.

Seit Beginn meiner Zenpraxis ahnte ich wie wichtig eine Übungsgemeinschaft ist.  Ich spürte, dass beim gemeinsamen Sitzen ein Kraftfeld entsteht und dass zusätzlich Offenheit und Vertrauen da ist ohne sich erklären zu müssen. Und dass es immer wieder Impulse und Korrektive braucht für so einen herausfordernden Weg, der uns doch auch viel Geduld und Disziplin abverlangt. Das war letztlich auch der Grund für die Gründung des Zendos.

In unserer Sangha sind wir Gebende und zugleich Empfangende. Diese Gegenseitigkeit ist das Entscheidende.

Erst wenn wir ein gewisses Maß von Einsatz und Kontinuität aufbringen, wissen wir wie Zen schmeckt.

Wo steht unsere Sangha? Wo stehst du in dieser Sangha?

Es gibt nicht wenige, die ins Zendo oder zu einem Sesshin kommen. Manche regelmäßig, manche in größeren Abständen, andere am Anfang fast enthusiastisch und dann reißt der rote Faden langsam ab.

Andere müssen sich richtig aufraffen, regelmäßig ins Zendo zu kommen, weil man sich trotz gemeinsamen Übens sehr einsam fühlen kann. Es kann aber sein, dass manchen mit der Zeit aufgeht, dass es sich in einer Gruppe besser sitzt als allein zu Hause, dass etwas von den anderen ausgeht, was motivierend wirkt.

Mit der Zeit lerne ich vielleicht neue Leute kennen. Anfangs grüßt man sich nur freundlich. Allmählich tauscht man sich aus, trifft sich auch an anderen Orten und hilft sich auch dann und wann. Freundschaften können entstehen. Dafür sind viele sehr dankbar. Eine Sangha wirkt auch der Vereinzelung in unserer Gesellschaft entgegen.

Wenn wir zum gemeinsamen Sitzen zusammenkommen, sind wir alle dasselbe: Zenpraktizierende. Egal aus welcher Schicht, aus welchem Beruf, aus welcher Beziehung, aus welchem Wirkungskreis.

Jedes Mal, wenn wir Zazen praktizieren, werden wir verwandelt, ob wir es merken oder nicht. Auch die Welt um uns herum wird verwandelt. Es ist wirklich ein Dienst an uns selbst, an den Menschen um uns herum und an der Welt. Wenn wir unser “Ich und Mein” einmal hinter uns lassen und ohne Absicht sitzen, wird viel bewirkt durch uns, nicht von uns. Tiefe Freude erleben wir, wenn wir uns selbst gelassen haben. Es ist unsere Aufgabe so zu sitzen, dass ein Zusammen-Raum entsteht. Sitzen in der Stille öffnet geheimnisvoll einen Raum der Heilung, der alles umfasst, sogar die Menschen, die uns nicht wohlgesonnen sind.

Manche von euch fehlen beim gemeinsamen Üben im Zendo.

Mit Rumi möchte ich euch zurufen:

Komm, komm, wo immer du gerade bist!

Wanderer, Andächtiger, Liebhaber des Abschieds.

Es spielt keine Rolle.

Unsere Karawane ist kein Ort der Verzweiflung.

Komm, komm, selbst, wenn du deine Gelübde

schon tausendmal gebrochen hast.

Komm, komm trotzdem wieder, komm!

 

Das ist die Inschrift am Grab des berühmten Sufimystikers.

Allen möchte ich von Herzen danken, die mit Engagement und Kontinuität unsere Sangha so großzügig unterstützen.

Mit einer tiefen Verneigung

Christoph